International Energy Agency (IEA)
Die IEA (Internationale Energieagentur) wurde im November 1974 nach der Ölkrise von 1973/74 als autonomes zwischenstaatliches Gremium innerhalb der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) gegründet – basierend auf den Vereinbarungen des ebenfalls 1974 verabschiedeten Internationalen Energieprogramms (IEP). Heute gehören der IEA 26 Industrienationen an (Stand 2006), Sitz der Organisation ist Paris. Die IEA beschäftigt etwa 150 Mitarbeiter, hauptsächlich Energieexperten und Statistiker.
Das Beschlussgremium der IEA ist das Governing Board, das sich aus Regierungsvertretern aus dem Energiebereich der Mitgliedsstaaten zusammensetzt und in unregelmäßigen Abständen zusammentritt. Unterstützt wird es durch das Sekretariat, das Energiedaten sammelt und analysiert, die Energiepolitik und -programme der Mitgliedsstaaten auswertet sowie Studien und Empfehlungen zu bestimmten Themen erstellt.
Ursprünglich zur Maßnahmenkoordination während Notständen in der Ölversorgung gegründet, hat die IEA heute die Aufgabe, durch Kooperation und Koordination der Energiepolitiken ihrer Mitgliedsstaaten die Versorgungssicherheit im gesamten Energiesektor zu sichern. Darüber hinaus hat sie zum Ziel, durch die Entwicklung alternativer Energiequellen und die Steigerung der Energieeffizienz die weltweiten Energieversorgungs- und -verbrauchsstrukturen zu verbessern. Außerdem will die IEA zu einer nachhaltigen Entwicklung der wirtschaftlichen Situation sowie des Umweltsektors in den Mitgliedsstaaten beitragen.
Von ihren Mitgliedstaaten wurde die IEA beauftragt, den energiebedingten Anteil des Klimawandels zu analysieren sowie die Bedeutung der Klimarahmenkonvention und des Kyoto-Protokolls für den Energiesektor zu ermitteln; zum Thema Klimaschutz wurde bereits eine Reihe von Studien erstellt.
Die IEA publiziert jährlich den World Energy Outlook (WEO). Alle zwei Jahre werden in diesem Ausblick Energieverbrauch und -versorgung nach Energieträgern und Regionen bis 2030 prognostiziert, energiebedingte CO2-Emissionen ermittelt und Reduktionsmaßnahmen bewertet. In den dazwischen liegenden Jahren widmet sich der WEO einem aktuellen Thema aus dem Energiesektor. Zudem werden von der IEA umfangreiche Energiestatistiken erarbeitet und teilweise monatlich veröffentlicht.