Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI)
Das Alfred-Wegener-Institut wurde 1980 in Bremerhaven als Stiftung des öffentlichen Rechts gegründet. Es ist Mitglied der Hermann-von-Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren. Die Stiftung umfasst das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven mit der Forschungsstelle Potsdam, die Biologische Anstalt auf Helgoland und die Wattenmeerstation Sylt. Außerdem betreibt sie vier Polarstationen (Koldewey in der Arktis, Neumayer, Kohnen und Drescher in der Antarktis), das Dallmann-Labor an einer argentinischen Station in der Antarktis sowie mehrere Forschungsschiffe, darunter die eisbrechende "Polarstern".
Das Alfred-Wegener-Institut führt wissenschaftliche Projekte in der Arktis, Antarktis und den gemäßigten Breiten durch. Es koordiniert die Polarforschung in Deutschland. Im Mittelpunkt der Arbeiten stehen das System Ozean-Eis-Atmosphäre, die polaren Lebensgemeinschaften und die geologische Geschichte der polaren Kontinente und Meere. Zu den Aufgaben in der Meeresforschung gehören die Nordseeforschung, Beiträge zum biologischen Monitoring in der hohen See, Untersuchungen zur Meeresverschmutzung und zu marinen Naturstoffen sowie meerestechnische Entwicklungen.
Das AWI umfasst die drei wissenschaftlichen Fachbereiche Geo-, Bio- und Klimawissenschaften. Die Klimawissenschaften sind in die Sektionen Atmosphärische Zirkulationen, Meteorologie der Polargebiete, Messende Ozeanographie, Ozeandynamik, Meereisphysik, Dynamik des Paläoklimas (Klimageschichte) gegliedert (Stand 2006). Untersucht wird die Meer/Atmosphäre-Wechselwirkung und der Einfluss der damit verbundenen Prozesse auf das globale Klimageschehen. Die atmosphärischen Studien konzentrieren sich auf die Untersuchung klimarelevanter Prozesse auf unterschiedlichen räumlichen und zeitlichen Skalen. Ferner werden Variationen der Konzentrationen klimarelevanter Spurengase und Aerosole und deren Einfluss auf die Strahlungsbilanz der Erde untersucht.
Das AWI arbeitet in zahlreichen internationalen Forschungsprogrammen und steht in engem Kontakt mit zahlreichen Universitäten und Institutionen in Europa und Übersee. Unter anderem war das AWI in internationale Arbeiten zur Klimamodellentwicklung eingebunden (WOCE – World Ocean Circulation Experiment; Laufzeit 1990-2002).